22.11.2016 18:23

Flinke Finger für die Forschung

Demenz – hinter diesem Begriff steht nicht nur eine ganz persönliche Tragödie, die sowohl den Betroffenen, als auch seine Familie aus der Bahn werfen kann. Demenz weitet sich zu einer Volkskrankheit aus. Laut einer statistischen Erhebung müssen weltweit derzeit über 47 Millionen Menschen mit dieser Diagnose leben. Ist schon diese Zahl furchterregend, so ist es eine weitere um so mehr: Für das Jahr 2050 wird die Zahl der an Demenz Erkrankten auf 135 Millionen geschätzt.
Über den Bedarf an Heilmitteln oder lindernden Medikamenten braucht also nicht diskutiert zu werden. Über den Bedarf an weiterer und verstärkter Forschung noch weniger.

Daten gegen Demenz

Der Weg, den die Deutsche Telekom beschreitet, ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, auf den zweiten vollkommen logisch. Das Handy-Spiel „Sea Hero Quest“ wurde von dem Kommunikationskonzern zusammen mit einem Spieleentwickler, einer gemeinnützigen Organisation sowie dem University College London und der Universität von East Anglia entwickelt. Es ist kostenlos in den App-Stores von Apple und Google erhältlich.
Auf 76 Ebenen von steigender Schwierigkeit braucht der Spieler nicht nur flinke Finger – hier haben sich die Entwickler allerdings Mühe gegeben, die Steuerung einfach zu halten – sondern muss vor allem seine Orientierung im virtuellen Raum beweisen. Es geht darum, sich anhand von Landkarten die Position der Spielfigur einzuprägen und sein virtuelles Ich an Eisbergen vorbei zu lotsen oder von einer Insel zur anderen zu schwimmen.
Um keinerlei Missverständnisse aufkommen zu lassen: Diese Spiel ist kein Anti-Demenz-Training und es soll auch nicht zur Frühdiagnose dienen. Sinn und Zweck ist die Erhebung anonymisierter Daten, die der Demenzforschung zur Verfügung gestellt werden können.
Denn bisher mangelt es schlicht an solchen Daten. Die Testgruppen umfassten gerade einmal einige hundert Personen. „Sea Hero Quest“ dagegen soll innerhalb von zwei Jahren die Daten von 100.000 Testpersonen, ab dem Alter von 18, zur Verfügung stellen.
Zwei Bemerkungen sind noch notwendig. Die Telekom betont, dass relevante Daten wie Alter und Geschlecht nur anonymisiert gespeichert werden. Eine Verknüpfung mit persönlichen Daten wie Telefonnummer oder Namen findet nicht statt.
Und, darauf weisen die Entwickler des Spiels hin: Datenerfassung für die Forschung schön und gut – aber das Spiel muss für sich allein stehen und soll vor allem Spaß machen.

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